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Interview mit Robert Stieglitz vor dem WM-Fight gegen Arthur Abraham



(Foto: Peter Gercke)


Robert Stieglitz , am 25. August verloren Sie den WBO-Gürtel an Arthur Abraham. Wie sehen Sie den Kampf heute?
Normalerweise schaue ich nicht zurück, mein Weg war immer der des Vorwärtsgehens. Natürlich habe ich gemischte Gefühle, wenn ich an den ersten Kampf zurückdenke. Ich habe zwar nach Punkten verloren und meinen Titel abgeben müssen, aber es war trotzdem ein toller Fight vor einer großen Kulisse in der Berliner O2-World und der ARD bescherte der Fight eine sehr gute TV-Quote. Die Zuschauer waren doch begeistert. Deshalb ist das Interesse jetzt wieder riesig. Für mich gilt: Der Gürtel ist nur verliehen, und verliehene Dinge hole ich mir immer zurück!

Viele Experten sagten damals voraus, dass Abraham nur vorzeitig gewinnen könnte. Wie überrascht waren Sie selbst, dass er dann doch über die Punkte erfolgreich war?
Erstens, er hat über die 12 Runden mehr boxerische Dinge richtig gemacht, als ich. Fakt ist auch, Arthur Abraham hat mich nicht vorzeitig besiegen und seine Ko-Quote bestätigen können. Zweitens: die Cuts in der 4. bzw. 5. Runde haben mich in den darauf folgenden Runden wirklich behindert und ich konnte nicht den Druck ausüben, der Abraham über die Distanz und am Ende dann Probleme gemacht hätte. Also, wirklich überrascht war ich nicht. Ich war über mich und die heftigen Cut-Verletzungen verärgert!

Welche Fehler haben Sie mit Ihrem Trainer im ersten Kampf ausgemacht? Was haben Sie getan, um diese zu beheben?
In jeder Sportart gibt es Niederlagen. Die Fehler müssen herausgearbeitet werden. Zweimal sollte man einen Fehler nicht machen. Ich habe mit meinem Trainer Dirk Dzemski viel analytisch gearbeitet. Hier will ich nicht verraten, was diesmal anders laufen wird. Jeder weiß doch, so auch Arthur, dass ich über meine boxerische Technik, die Dynamik und meine Work-Rate die Gegner zermürbe und so besiege!

Jetzt steht das Rematch mit Abraham an. Wie läuft Ihre Vorbereitung und wie hat diese sich im Vergleich zur Vorbereitung für den ersten Kampf verändert?
Alles ist im Plan. Ich habe eine Hand-OP im September gut überstanden, meinen “Zwischenkampf” im Januar in Barcelona mit einem K.o. in der dritten Runde beendet und wir haben ein Trainingslager im Bayrischen Wald im Februar absolviert. Da standen beispielsweise mit Schneeschuhläufen viele neue und intensive Elemente auf dem Programm. Das hat mein Physis- und Konditionscoach Alfred Segerer ganz auf mich abgestimmt. Also, alles bestens!

Fällt Ihnen das Training für das erneute Aufeinandertreffen leichter? Schließlich standen Sie ja schon gegen Abraham im Ring?
Klar, ich weiß jetzt noch genauer, wie ein Arthur Abraham in guter Form so agiert. Darauf kann man sich jetzt besser einstellen. Ihm geht es andererseits genauso. Nur hatte er mich nicht unbedingt in absoluter Bestform vor den Fäusten.

Der erste Kampf fand in Berlin, der Heimat von Abraham statt. War dies ein Vorteil für ihn? Haben Sie am 23. März einen Vorteil, weil das Rematch in Magdeburg stattfindet?
Wichtig ist erst einmal, ich bin als Weltmeister in seine Stadt gereist. Jetzt ist es umgekehrt, und Arthur sagt selbst, dass er in die “Höhle des Löwen reist“. Dazu gehört Mut, und wir haben uns dafür beidseitig Respekt ausgesprochen. In Magdeburg wird die Stimmung gegenüber Berlin sicherlich noch getoppt. Mal sehen, ob er damit klar kommt.

Wie wichtig ist der Ausgang dieses Kampfes für die Zukunft Ihrer Karriere? Ist dies für Sie als auch für Abraham eine Alles oder Nichts-Situation?
Die Frage wurde auch schon vor dem ersten Kampf gestellt und nun freuen sich alle auf das Rematch. Es ist müßig, über ein “Alles oder Nichts“ zu diskutieren. Man sollte sich freuen, dass man in Deutschland derzeit zwei große Boxer im Supermittelgewicht hat, die um die Weltmeisterschaft boxen. Jeder von uns hat auch nach einer Niederlage die boxerische Substanz, in der Weltelite weiter zu boxen.

Wie geht der Kampf am 23. März aus?
Der Sieger und Weltmeister heißt Robert Stieglitz und ich hole den WBO-Titel und den verliehenen Gürtel zurück in meine Heimatstadt Magdeburg, zurück in meinen Boxstall SES.

Was passiert, wenn Sie gewinnen? Gibt es dann einen dritten Kampf gegen Abraham oder wäre dann ein Vereinigungskampf gegen den Gewinner aus Kessler vs. Froch II ein Thema?
Ich denke, das ist heute “Kaffeesatzleserei“. Eine Antwort ist erst nach dem Kampf am 23. März seriös!


Ihr SES-Team
14.03.2013 - 13:42:09 Uhr
 


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