Deutsch   English
  Startseite  |   News  |   Events  |   Team  |   Galerie  |   Über SES  |   Videos  |   Kontakt  |   Links  |   Suche  |   Shop 


„Ein Boxerherz schlägt nur für den Sieg!“ Robert Stieglitz im Interview



(Foto: Eroll Popova)


Sie sind seit August 2009 amtierender WBO- Weltmeister im Supermittelgewicht. Hat der WM-Titel Ihr Leben verändert?
Mit diesem Titel habe ich mir einen Traum erfüllt. Das war ein großer Moment, der mein Leben ziemlich durcheinander gewirbelt hat: Das Interesse an meiner Person ist gestiegen, ich bekomme viel mehr Anfragen für öffentliche Auftritte, Patenschaften oder Interviews zu meiner Person. Das ist ein ganz neues Gefühl von Verantwortung.

Wie boxt es sich mit einem Weltmeistertitel?
Es macht es eher schwieriger. Ich will den Titel ja nicht durch eine Niederlage abgeben. Die Herausforderer sind hungrig auf meinen Gürtel, genauso wie ich es war. Diese Motivation und den Ehrgeiz darf man nie unterschätzen. Das ist eine mentale Last, mit der ich erst lerne umzugehen.

Mediziner bescheinigen Ihnen eine unglaubliche Ausdauerkraft. Liegt das an Ihrem speziellen Training? Das stimmt, unser Leistungsdiagnostiker, Dr. Mario Meier, hat einmal geäußert, dass er solche Aus- dauerwerte noch nicht erlebt hat. Das mag ein Geschenk der Natur sein, denn ich glaube nicht, dass ich wesentlich anders trainiere als andere. Aber es stimmt, ich laufe gern, und ich weiß, dass meine Kondition meine Stärke im Ring ist. Diesem Dauerdruck halten viele nicht stand.

Am 20.11. boxen Sie gegen den Mexikaner Enrique Ornelas. Was erwarten Sie vom Kampf?

Enrique Ornelas ist ein zäher Fighter, der längst aus dem Schatten seines älteren Bruders getreten ist. Er boxt offensiv, genau wie ich. Das wird ein harter Kampf – aber mein Ziel ist klar: Ich will meinen Titel verteidigen

Was macht einen guten Boxer aus?
Ganz klar: das Boxerherz. Viele trainieren aufreibend, doch im Ring entscheidet das Herz eines Boxers. Ein echtes Boxerherz schlägt nur für den Sieg, es kennt keine Angst.

Abseits der Boxszene kennen Sie bislang nur wenige. Woran liegt das?
Der Ring ist meine Bühne. Ein anderes Rampenlicht brauche ich nicht. Ich bin Sportler, und für mich geht es darum, im richtigen Moment einen Wettkampf zu gewinnen. Ich brauche die Ruhe und Konzentration, um mich vorzubereiten.

Sie sind vor knapp zehn Jahren nach Deutschland gekommen, besitzen seit einem Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft. Was bedeutet das für Sie?

Ich bin zurück im Land meiner Vorväter. Das macht mich stolz. Die Wurzeln meiner Familie liegen tatsächlich in der Düsseldorfer Region. Mittlerweile habe ich in Magdeburg meine Heimat gefunden – und fühle mich dort sehr wohl.


Ihr SES-Team
29.10.2010 - 09:16:09 Uhr
 


.
.  .